Olympische Spiele und die World Skills

Eine Milliarde für die Standortförderung? Es gäbe wichtigere und nachhaltigere Möglichkeiten als die Olympischen Winterspiele. Dem Bundesrat fehlt es an der Orientierung auf das Wesentliche.

Der Bundesrat hat entschieden, die Olympischen Winterspiele mit einer Milliarde, also 1000 Millionen, zu unterstützen, sollten sie im Wallis stattfinden. Der Bundesrat hat auch entschieden, die World Skills, die Berufsweltmeisterschaften, nicht zu unterstützen; es wäre um 30 Mio. gegangen. Die Begründung für den negativen Entscheid lautet gemäss SRF News (Link siehe unten):

«Das sind heute Mega-Events, die in der Schweiz kaum mehr ausgerichtet werden können. Die Strategie von World Skills international ist, noch mehr zu wachsen – und das macht es schwierig», sagt dazu Josef Widmer, Stellvertretender Direktor des Staatssekretariats für Forschung, Bildung und Innovation.

In Basel wäre man bereit gewesen, den Anlass zu organisieren.

Man mag über beide Anläss halten, was man will. Doch die Begründung der Bundesstellen ist bemühend. Wenn etwas in der Vergangenheit ein Mega-Eent war, dann die Olympischen Spiele, die für die Schweiz weit weniger bedeutend sind, als die Berufslehre. Mit der Olympia-Milliarde könnten die World Skills während 30 Jahren in der Schweiz durchgeführt werden.

Der einzige legitime Grund, weshalb es für Bundesbern Sinn machen kann, sich an den Olympischen Spielen zu beteiligen, ist die Standortförderung, die Werbewirksamkeit, von der die ganze Schweiz profitieren soll. Es ist zu bezeifeln, ob das gelingen wird. Und es wäre angebracht nüchtern zu analysieren, welche weiteren Varianten der Standortförderung bestehen, wenn schon eine Milliarde eingesetzt werden kann. Z.B.: Wenn wärend zehn Jahren je 100 Mio. für Tourismuswerbung und Werbung für die Wirtschaftsstandorte eingesetzt würden, wäre dies massiv nachhaltiger, als ein Sportanlass während weniger Wochen.

Die Prioritäten des Bundesrates sind, in den hier genannten Fällen, nicht im Interesse der Schweiz.

SRF News: https://www.srf.ch/news/schweiz/berufs-wm-in-abu-dhabi-schweizer-lehrabgaenger-bringen-20-medaillen-nach-hause

Über pstaempfli

Unternehmer mit besonderem Interesse für Unternehmenskultur und Unternehmens- und Verbandskommunikation. Mitinhaber von Stämpfli Gruppe Bern: Auch bei Fokus Bern zu finden:
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2 Antworten zu Olympische Spiele und die World Skills

  1. P. Sigerist schreibt:

    Da sind wir wieder ganz einer Meinung.

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  2. Meister Andi schreibt:

    Das sehe ich auch so. Bei der Bildung, unserem wirtschaftlichen Rohstoff, wird immer weiter gekürzt. Bei einem Grossanlass wie die Olympischen Spiele „ufern“ die Kosten ins Unermessliche. Aufwand und Ertrag stimmt hier in keinem Verhältnis mehr. Bin absolut nicht einverstanden, dass hierzu Steuergelder „verschleudert“ werden sollen. Heute sind die Prioritäten anders zu setzen.

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