Mit allen Sinnen

Elektronische Kommunikationsmittel sind heute nicht mehr wegzudenken. Doch wer die Bedeutung der Drucksache vernachlässigt, verbaut sich Wesentliches: die gesamtheitliche Ansprache des Menschen.

Vorwort zu «Die Marginalie», Hauszeitschrift der Stämpfli Gruppe Bern, Nr. 3/2018

Die Digitalisierung durchdringt alles. Niemand kann ihr ausweichen, und in unserem Unternehmen nutzen wir sie als Chance. Doch wir sind mehr als «digitale» Wesen. Wir wollen alle unsere Sinne befriedigt haben, nicht nur die Augen und Ohren. Drucksachen sprechen weitere Sinne an, vor allem die Haptik. Etwas in den Händen zu halten, ist bedeutsam für die Erinnerung und die Emotionen.

Alles soll heute elektronisch verfügbar sein, das erleichtert vieles. Aber nur elektronisch greift zu kurz. Gedrucktem Inhalt, so die Umfragen, wird mehr vertraut als der digitalen Version. Gedruckte Broschüren, Flyer oder Booklets, inhaltlich massgeschneidert, mit prägenden Bildern und haptisch bereichernd, sind wichtige Markenbotschaften. Sie werden nicht wie Newsletter vor dem Lesen gelöscht. Sie werden mindestens einmal in die Finger genommen, meist bleiben sie über Tage in Sichtweite liegen. Deshalb versenden Unternehmen wie der Otto-Versand Millionen von Drucksachen an ihre Kunden. Eine Umfrage unter deutschen onlineaffinen Shoppern hat ergeben, dass unabhängig vom Alter mehr als 60 Prozent der Kunden erst dann einen E-Shop anklicken, wenn sie zuvor durch eine klassische Werbung daran erinnert wurden. Dass der Verkauf von E-Readern stagniert, ist nicht auf die Alten zurückzuführen, die mit Papier sozialisiert wurden; jährlich werden über 70 000 gedruckte Titel in deutscher Sprache publiziert. Gedruckte Fachzeitschriften erscheinen in erstaunlich stabilen Auflagen, die Nachfrage nach elektronischen Ausgaben ist gering. Selbst Ingenieure und Handwerker verlangen nach gedruckten Katalogen, obwohl sie die Information zeitgleich elektronisch abfragen können, und zwei Drittel der Studierenden lernen lieber mit einer gedruckten Vorlage.

Keine Frage: Gedrucktes hat seine einzigartige Bedeutung verloren. Es wurde und wird von elektronischen Kanälen und Mitteln konkurrenziert. Drucksachen wie Lexika, Fahrplan und luxuriöse Imagebroschüren sind fast verschwunden, das Drucksachenvolumen ist in den letzten Jahren um durchschnittlich 5 Prozent gesunken. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Wer eine Unternehmens- oder Produktmarke verankern will und kein Millionenbudget zur Hand hat, benötigt geeignete Drucksachen, um sichtbar zu werden und zu bleiben. Interessant ist, wie stark gedruckte Inserate immer noch wirken, während ein genügend profitables Geschäftsmodell mit elektronischer Werbung auf sich warten lässt es sei denn, Ihnen gehört Facebook. Die Verunsicherung vieler Verantwortlicher ist immer noch gross: Wie intensiv muss auf welchen Kanälen kommuniziert werden? Ist elektronische Werbung wirklich so effektiv, wie die Googles behaupten? Die geschickte Verbindung der vielen Kommunikationsmittel ist der Königsweg. Die damit verbundenen Fragen sind komplex, und ihnen ist nicht mit Rezepten zu begegnen. Gerne helfen wir Ihnen, den Weg zu finden, um elektronisch und gedruckt erfolgreich zu kommunizieren.

Über pstaempfli

Unternehmer mit besonderem Interesse für Unternehmenskultur und Unternehmens- und Verbandskommunikation. Mitinhaber von Stämpfli Gruppe Bern: Auch bei Fokus Bern zu finden:
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