Burnout

Eine Randnotiz zu Arthur Vogels Kommentar in «Der Bund» vom 06.10.2012 http://bit.ly/R5qJF9

Burnout muss nicht um sich greifen, wie eine ansteckende Krankheit. Jede und jeder kann viel dafür tun, gesund zu bleiben. Die technologischen Möglichkeiten in der Kommunikation, die Schnelligkeit, in der Neuerungen die Gesellschaft durchdringen und in der in der Wirtschaft Entscheidungen gefällt werden müssen, zwingen uns zur Anpassung unseres Arbeitsstils. Arthur Vogel erwähnt zu Recht die andauernde Erreichbarkeit als ein Stressverursacher. Die uneingeschränkte Erreichbarkeit, die Angst, etwas zu verpassen oder alles sofort erledigen zu müssen, und das Gefühl, unentbehrlich zu sein, ergeben einen gefährlichen Cocktail. Sind zudem das private Leben in Unordnung und/oder werden die eigenen Werte missachtet, ist der Burnout nicht weit weg. Fehlt nur noch, dass man pedantisch genau arbeiten will und eine geringe Fehlertoleranz hat.

Führungskräfte können am Arbeitsplatz viel dafür tun, dass sie selber und ihre Mitarbeitenden nicht ausbrennen. Eine positive Fehlerkultur, Einschränkung der Erreichbarkeit während der Freizeit, kein direkter oder indirekter Zwang Mails auch an Wochenenden und SMS sofort beantworten zu müssen, sich gegenseitig auf Übermüdungssituationen aufmerksam zu machen, überhaupt, Ermüdung als natürliche Folge von Arbeit zu akzeptieren, sind nur einige Aspekte, die zu beachten sind. Sie gehören zur zeitgemässen Führungsarbeit.

Ein wesentlicher Grundsatz dabei ist: Ein Mensch ist immer ein ganzer Mensch und nicht nur eine Arbeitskraft oder nur ein Politiker oder nur eine berühmte Persönlichkeit. Der Mensch, als ganzer Mensch ernst genommen, braucht eine herausfordernde Tätigkeit, Ruhezeiten, Freizeiten und vor allem Wertschätzung. Wer dies missachtet, trägt zum Burnout der anderen bei.

Über pstaempfli

Unternehmer mit besonderem Interesse für Unternehmenskultur und Unternehmens- und Verbandskommunikation. Mitinhaber von Stämpfli Gruppe Bern: Auch bei Fokus Bern zu finden:
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2 Antworten zu Burnout

  1. Christian Leu schreibt:

    Ich denke ein wichtiger Punkt ist, sich auch immer wieder Erholung zu verschaffen. Ich bin viel Unterwegs, und nach einer Woche mit Meetings in Paris, München und Stuttgart bin ich am Freitag auch Müde und brauche das Wochenende um mich vom Reisen zu erholen. Vielfach hat man aber gerade durch die sozialen Medien das Gefühl, man müsste auch am Wochenende nochmals viel tun, da man ja auf Facebook und Twitter vorallem jene Menschen sieht, die am Wochenende noch zum wandern unterwegs oder sonst aktiv sind. Hier gibt sich vielfach das Bild, dass die Gesellschaft nie mehr ruht, obwohl man halt nur den aktiven Teil wahr nimmt. Umso wichtiger ist es, auf den eigenen Körper zu hören und sich auch mal zu erholen.

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    • Simon schreibt:

      @ Christian Leu:

      Das sehe ich auch so. Der Mensch braucht Erholung und Ablenkung von der täglichen, harten Arbeit. Ich kenne genug Personen, die nach der Arbeit einfach nicht die Hände vom Laptop oder Sonstigem lassen können und immer weiter arbeiten. Oftmals schirmen sie sich dadurch von ihrem Umfeld ab und merken zu spät, wenn es Zeit ist „aufzuwachen“. Dadurch können Depressionen oder sogar Burnout auftreten. Jeder muss sich auch einmal eine Pause gönnen!

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