Wer seine Ziele nicht kennt, kann sie nicht erreichen.

Erschienen in der Berner Zeitung am 6. Juli 2013
 
Alles beginnt bei mir. Ich bin für mich selber verantwortlich, und ich habe es in der Hand, zu bestimmen, was aus mir wird, niemand sonst. Meine Eigenverantwortung beginnt damit, mich meiner Werthaltung bewusst zu werden und mein Handeln darauf abzustimmen.

Am Anfang jedes Handelns stehen Ziele. Langfristig wirken wir als Gruppe und als Einzelpersonen nur erfolgreich, wenn unsere Ziele und unser Handeln mit unserer Werthaltung übereinstimmen. Ist dies nicht der Fall, tun wir Dinge, zu denen wir nicht stehen können. In der Folge schöpfen wir unsere Möglichkeiten nicht aus, schlimmer noch, wir geben uns auf und schädigen uns körperlich und seelisch. Unsere Mitmenschen werden dies wahrnehmen und über uns urteilen, denn wer seine Werte und sein Handeln nicht in Übereinstimmung bringt, ist nicht authentisch, wirkt unsicher und unberechenbar und lebt in Rollen. Im beruflichen und privaten Umfeld kann dies katastrophale Folgen haben.

Ich kann für mich ergründen, welche Werte mir so wichtig sind, dass ich sie in keinem Fall aufgebe. Diese Frage ist nicht immer einfach zu beantworten. Sich mit ihr zu beschäftigen, gehört jedoch zum lebenslangen Bemühen, sich selber besser kennenzulernen. Wir stellen sie daher ins Zentrum der Ausbildung in der Stämpfli Gruppe. Nur wenn die Werte, die das Unternehmen verkörpert, und die Werte des und der einzelnen Mitarbeitenden übereinstimmen, können gemeinsame Ziele erreicht werden. Mangelnde Übereinstimmung führt zu Reibereien, zu Ineffizienz und zum Ausbrennen. Wo aber die Werte und Ziele des Unternehmens mit denen der Mitarbeitenden zusammenpassen, stärkt das die Sinnhaftigkeit, die Freude an der Arbeit, die Zusammenarbeit im Alltag und die Identifikation mit dem Unternehmen. Eine gemeinsame Wertebasis ist ein unermesslicher Reichtum, an ihr zu arbeiten, ist unternehmerische Pflicht.

Nach den eigenen Werten zu fragen, bezieht sich stets auch auf die eigene Umwelt. Wer bin ich und was geschieht um mich herum? Der Kontrapunkt dazu ist die Gleichgültigkeit, eine der schlimmsten gesellschaftlichen Krankheiten. Gleichgültig heisst: Alles ist gleich gültig, hat gleichen Wert. Wer so denkt, entscheidet nicht, schaut nicht hin, kümmert sich nicht, lässt geschehen. Wer nicht entscheidet, setzt weder kleine noch grosse Ziele. Wer seine Ziele nicht kennt, kann sie auch nicht erreichen und bleibt stehen. Wer das Leben gleichgültig angeht, kann die gestellten privaten und beruflichen Anforderungen nicht erfüllen. Gleichgültigkeit ist die Grundhaltung des verantwortungslosen Menschen.

Mich meines Lebens, meiner Stärken und Schwächen, meiner Werte und Ziele bewusst werden, ist die Voraussetzung, im Leben so zu sein, wie ich sein möchte: Mir Klarheit verschaffen, wer ich bin, was ich will, wohin ich will. Denjenigen, die sich diesen Fragen stellen, erwachsen weitreichende Chancen. Eine klare, verlässliche Werthaltung stärkt die eigenen Ziele. Die Ziele sind Bedingung für resultatorientiertes Handeln, die Grundbedingung für unseren beruflichen und privaten Erfolg. Sich selber lebenslang fördern und fordern, mit offenen Augen durch die Welt gehen, eigene Sichtweisen hinterfragen, andere Meinungen verstehen wollen, offen sein für Neues, Anderes und Ungewohntes, ohne sich dabei aufzugeben – das ist das beste Rezept gegen die Gleichgültigkeit und die innere Langweile.

Alles beginnt bei mir. So wie ich denke, so handle ich. Darüber kann ich jeden Tag selber und von Neuem entscheiden.

www.staempfli.com

 

Über pstaempfli

Unternehmer mit besonderem Interesse für Unternehmenskultur und Unternehmens- und Verbandskommunikation. Mitinhaber von Stämpfli Gruppe Bern: Auch bei Fokus Bern zu finden:
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6 Antworten zu Wer seine Ziele nicht kennt, kann sie nicht erreichen.

  1. Anna Staempfli schreibt:

    ja ,das ist alles sehr wahr. Ich für meinen Teil bleibe jedoch beim Anfangsstatement stecken: wenn du deine Ziele nicht kennst, ist eigentlich schon klar, dass du sie nicht erreichen kannst,

    du kennst sie ja nicht. Darum müsste es eigentlich heissen: kann keine erreichen. wer seine Ziele nicht kennt, kann keine erreichen.

    einen geruhsamen Tag… M

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    • pstaempfli schreibt:

      Da hast du recht, nur treffe ich genügend Leute, die sich darüber beklagen, irgendetwas nicht erhalten oder erreicht zu haben. Aber haben sie es sich je als Zielsetzung vorgenommen und dann darauf zugearbeitet?

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  2. fred david schreibt:

    Sorry, manische Zielsetzer laufen am Leben vorbei. Wenn sich etwas Abweichendes vom Plan ergibt, sind sie völlig von den Socken. Wer seine Karriere minutiös plant, wird scheitern. Nochmal sorry, dahinter steckt echte Lebenserfahrung, inklusive partielles Scheitern, die ich nicht missen möchte.

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    • pstaempfli schreibt:

      Ich spreche weder von manisch noch von Zielen, die unverrückbar sind. Wer sich aber keine Ziele steckt, der kann genau so scheitern, er weiss nur nicht weshalb. Ziele müssen nicht in Stein gemeisselt sein, sie sind mir vor allem Richtpunkt. Und jede Zielerreichung enthält die Möglichkeit der Nichterreichung oder gar des Scheiterns. Wissen, dass Fehler geschehen könne und Fehler zulassen, gehört für mich genau so zum Leben wie meine Werte und Ziele.

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  3. Martin Betschart schreibt:

    Nicht vorgegebene Ziele selbst zu erkennen ist ein wichtiger Teil den man benötigt! Es sollten aber nicht unbedingt unrealistische Ziele sein.

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  4. Ein schöner, interessanter Artikel, Herr Staempfli. Ich finde auch, dass man Ziele im Leben haben muss, die mit der eigenen Werthaltung übereinstimmen sollten. Nur so, glaube ich, wird man auf dem Weg zu seinen Zielen als „authentisch“ wahrgenommen und ist erfolgreich.

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